DAS THEATERSTÜCK

Inhalt

Nachdem Juden ab 1869 der Zuzug wieder erlaubt wurde, erreichten im Jahr 1890 drei jüdische Schwestern aus Preußen die Residenzstadt Altenburg: Philippine, Marianne und Selma Cohn. Marianne gründete ein Geschäft, das wenige Jahre später als „M. & S. Cohn“ zum führenden Kaufhaus der Region avancieren sollte. Nach der Hochzeit mit Marianne übernahm 1895 Sally Bucky das Unternehmen. 1910 wurde der junge Albert Levy zum Geschäftsführer ernannt. Vier Jahre später heiratete er Franziska, die Tochter der Buckys und wurde Mitinhaber des Geschäfts. Albert Levy kämpfte im Ersten Weltkrieg für Deutschland. In den 1920er Jahren erlebte das Kaufhaus einen scheinbar unaufhaltsamen Aufschwung. Doch so erfolgreich sie auch waren, nach 1933 bewahrte die Familien niemand vor ihrer Zerschlagung: Sie wurden verfolgt, gedemütigt und enteignet. Einigen Familienmitgliedern gelang rechtzeitig die Flucht, andere wurden inhaftiert, deportiert und schließlich in den Vernichtungslagern ermordet. So nahm die wohl erfolgreichste jüdische Familiengeschichte Altenburgs ein tragisches Ende. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ohne Zweifel gehört das Theaterstück „Cohn Bucky Levy – Der Verlust“ zu den wichtigsten künstlerischen Produktionen, die in diesem Jahr auf den Thüringer Theaterbühnen zu sehen sind. Ich bin von diesem außergewöhnlichen Stück tief beeindruckt. Zum einen, weil es ein wichtiges Kapitel unserer Regionalgeschichte aufarbeitet und Erinnerungsarbeit im besten Sinne leistet. Denn das Stück reflektiert das Schicksal der einflussreichen, jüdischen Familie Cohn, Bucky und Levy aus Altenburg, die im frühen 20. Jahrhundert Wirtschaft und Kultur der Stadt beflügelte und unter den Nationalsozialisten systematisch entrechtet, beraubt, vertrieben und zum Teil ermordet wurde. Jetzt kehrt die große Familie – zumindest in literarischer Form – nach Altenburg zurück. Eine späte, ideelle Wiedergutmachung für das erlittene Leid. Zum anderen schätze ich diese Theaterproduktion, weil in ihr Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Israel, Palästina und der Türkei zusammenarbeiten und für ein friedliches und offenes Miteinander der Religionen und Völker eintreten. Ich wünsche allen Beteiligten der Produktion viel Erfolg und Energie für die Vorstellungen sowie Freude an ihrer wichtigen kreativen Arbeit! Vor allem wünsche ich dem Stück viele aufgeschlossene Besucherinnen und Besucher, die das jüdische Erbe der Stadt Altenburg bewahren und würdigen. Bodo Ramelow (Schirmherr und Ministerpräsident Thüringens)
Gefördert durch die
Eine Produktion von Theater & Philharmonie Thüringen                                               In Kooperation mit

DAS THEATERSTÜCK

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Nachdem Juden ab 1869 der Zuzug wieder erlaubt wurde, erreichten im Jahr 1890 drei jüdische Schwestern aus Preußen die Residenzstadt Altenburg: Philippine, Marianne und Selma Cohn. Marianne gründete ein Geschäft, das wenige Jahre später als „M. & S. Cohn“ zum führenden Kaufhaus der Region avancieren sollte. Nach der Hochzeit mit Marianne übernahm 1895 Sally Bucky das Unternehmen. 1910 wurde der junge Albert Levy zum Geschäftsführer ernannt. Vier Jahre später heiratete er Franziska, die Tochter der Buckys und wurde Mitinhaber des Geschäfts. Albert Levy kämpfte im Ersten Weltkrieg für Deutschland. In den 1920er Jahren erlebte das Kaufhaus einen scheinbar unaufhaltsamen Aufschwung. Doch so erfolgreich sie auch waren, nach 1933 bewahrte die Familien niemand vor ihrer Zerschlagung: Sie wurden verfolgt, gedemütigt und enteignet. Einigen Familienmitgliedern gelang rechtzeitig die Flucht, andere wurden inhaftiert, deportiert und schließlich in den Vernichtungslagern ermordet. So nahm die wohl erfolgreichste jüdische Familiengeschichte Altenburgs ein tragisches Ende.
TICKETS  HIER! Cohn Bucky Levy der Verlust wird gefördert von: Eine Produktion von Theater & Philharmonie Thüringen                                               In Kooperation mit